ADFC misst mit Hochschule Zwickau Sicherheitsabstände

Zum Sicherheitsabstand von Autos zu Fahrrädern gibt es nur sehr spärliche Daten. In Zwickau starten ADFC, Stadtverwaltung und Hochschule nun ein gemeinsames Datenprojekt. Dafür baut die Hochschule am 31. Mai mit dem ADFC 10 OpenBikeSensoren.

Wer mit dem Auto fährt, muss beim Überholen von Radfahrenden innerorts einen Mindestabstand von anderthalb Metern einhalten, außerorts beträgt der vorgeschriebene Abstand sogar 2 Meter. Wer mit dem Rad unterwegs ist, weiß: Die Realität sieht oft anders aus. Knappe überholmanöver sind keine Seltenheit.

Erste Untersuchungen zu Überholabständen deuten darauf hin, dass zwischen der vorhandenen Infrastruktur und dem Überholabstand oft ein gewisser Zusammenhang besteht. Die Stadt Zwickau startet nun gemeinsam mit der Westsächsischen Hochschule Zwickau und dem ADFC eine Initiative für mehr Sicherheit und bessere Infrastrukturplanung im Radverkehr. Mit dem Vorhaben sollen insbesondere Konfliktsituationen zwischen Rad- und Autofahrern detailliert untersucht werden. Ein Kernelement ist die Ausstattung von zehn Radfahrern mit dem Open-Bike-Sensor, einem kleinen Messgerät, das die Abstände bei Überholvorgängen von Autos erfassen kann. Diese Daten werden dann ortsgenau über interaktive Plattformen zugänglich gemacht. Interessierte, die an der Initiative teilnehmen möchten, können sich ab sofort beim ubineum anmelden.

Ab Anfang Juni sammeln zehn Radfahrende über einen Zeitraum von knapp zwei Monaten die Daten zum Überholabstand auf ihren alltäglichen Wegen. Die Datenerhebung bietet eine einzigartige Gelegenheit, Straßenabschnitte zu identifizieren, an denen besonders knapp überholt wird und solche, wo enge Überholabstände zwischen Autos und Fahrrädern kein Problem sind. 

„Diese Einblicke in das Verkehrsverhalten auf Zwickauer Straßen sind ein nützlicher Beitrag, um das Sicherheitsgefühl für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen“ sagt Christin Steinbach, die das Projekt für den ADFC Zwickau begleitet. Baubürgermeisterin Silvia Queck-Hänel betont die Chancen des Projektes für eine bessere Infrastrukturplanung: „Das Ziel ist es, tiefere Einblicke in die Verkehrsdynamiken unserer Stadt zu erhalten, um gezielte Maßnahmen ergreifen zu können, mögliche Konfliktsituationen zu minimieren und letztendlich für sicherere Straßen und mehr Leichtigkeit im Verkehrs zu sorgen.“

Zum Start des Projekts wird am Freitag, dem 7. Juni 2024 von 16 bis 21 Uhr im ubineum ein Do-It-Yourself-Workshop angeboten, bei dem Interessierte und Radbegeisterte unter der Anleitung von fachkundigen Mitarbeitern der Westsächsischen Hochschule einen Open-Bike-Sensor bauen können. Für die Teilnahme sind handwerkliches Geschick und grundlegende Fähigkeiten, wie etwa Löten, von Vorteil. Wer sich diesen technischen Herausforderungen noch nicht gewachsen fühlt, aber dennoch Teil der Initiative sein möchte, hat um 19 Uhr die Möglichkeit, zum Workshop zu kommen und einen bereits zusammengebauten Sensor entgegenzunehmen. Die Teilnahme am Workshop sowie die Entwicklung und Nutzung des Sensors sind kostenlos. Diese Initiative wird vollständig durch das Projekt Z-Move 2025 finanziert.

Zur Teilnahme am Workshop ist eine Teilnahme bis zum 24. Mai per E-Mail an ubineum [at] zwickau.de nötig.

ACHTUNG, Terminänderung! Der Workshop wurde vom 31. Mai auf den 7. Juni verschoben.


https://bautzen.adfc.de/neuigkeit/adfc-misst-mit-hochschule-zwickau-sicherheitsabstaende

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