Oder-Neiße-Radweg: 5,4 Mio. Euro Wertschöpfung durch Radtourismus

Der Oder-Neiße-Radweg ist als D-Route 12 ein Radfernweg des Radnetzes Deutschland mit internationalem Charakter. Mit einer Radverkehrsanalyse soll der Radweg in seiner Gesamtheit vorangebracht und etabliert werden.

Der Oder-Neiße-Radweg hat in den letzten Jahren an touristischer Bedeutung eingebüßt. Deshalb wollen Touristiker und die Landkreise am Weg zwischen Neißequelle in Tschechien und dem Seebad Ahlbeck in Mecklenburg-Vorpommern nach Wegen suchen, die 580 km lange Route attraktiver zu machen. Als erster Schritt wurde dazu nun die Radverkehrsanalyse für den Oder-Neiße-Radweg vorgestellt. Mit ihr liegen nun ertmals Daten zur Zufriedenheit und zum ökonomischen Potential der Radroute vor.

Bisher gehört der Oder-Neiße-Radweg noch nicht zu den am stärksten befahrenen Radrouten in Deutschland. Etwa 22.000 Menschen haben 2023 eine Radreise entlang des gesamten Oder-Neiße-Radwegs unternommen, das entspricht 87.000 Etappen inkl. Übernachtung. Hinzu kommen etwa 170.000 Tagestouristen, die die Route mit dem Rad befahren, ohne zu übernachten. Letztere legen im Durchschnitt Etappen von 53 km zurück und geben täglich ca. 18,30€ pro Kopf aus, das entspricht insgesamt etwa 3,1 Mio. Euro. Wer auf dem Oder-Neiße-Radweg eine Radreise unternimmt, gibt im Schnitt pro Kopf zwischen 70 und 80 Euro aus, das ergibt zusammen etwa 7 Mio. Euro. Der Umsatz durch Tagestouristen und Radreisende zusammengerechnet beträgt 2023 also rund 10 Mio. Euro Umsatz durch den Radweg. Nach den Investitionsausgaben für Bau und Instandhaltung des Weges kann die Studie eine Wertschöpfung des Radwegs von 5,4 Mio. Euro nachweisen. Die Wertschöpfung des Oder-Neiße-Radwegs ermöglicht es etwa 135 Personen, vom Tourismus entlang des Radwegs zu leben.

Da Start und Ziel der Radwandernden auf dem Oder-Neiße-Radweg in der Regel nicht identisch sind, nutzen etwa zwei Drittel von ihnen die Bahn als Verkehrsmittel zur Anreise. Fast ein Fünftel der Befragten startete die Radreise mit dem Rad. Erst dahinter folgte das Auto mit unter 15 %. Dies zeigt deutlich, wie hoch eine gute Bahnanbindung des Radwegs für den wirtschaftlichen Erfolg einzuschätzen ist. Eine bessere Anbindung der Städte am Oder-Neiße-Radweg an den Fernverkehr wäre daher auch ein wichtiger Beitrag für mehr Radtourismus auf der Route.

Auf die Frage nach der Zufriedenheit der Radtouristen mit dem Oder-Neiße-Radweg schnitt die Oberflächenqualität am besten ab. 95 % bewerteten sie als sehr gut oder gut. Kritischer wurde das Serviceangebot an der Route eingestuft – hier war vor allem der Wunsch nach mehr Verpflegungsmöglichkeiten (Getränkeversorgung und Wasserstellen, Gaststätten und Cafés, Imbisse und sonstige Versorgungsmöglichkeiten) sowie Rastplätzen und Fahrradboxen vorrangig. An dieser Stelle können Kommunen am Weg leicht für Verbesserungen sorgen, etwa mit der Schaffung von Trinkwasserbrunnen und Pausenstellen entlang der Radroute.


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